Entschuldigung, ficken?

----------Triggerwarnung: Dieser Eintrag enthält Rede über Sex und über Vergewaltigungsrechtssprechung, inklusive eines Stereotyps ----------

Wenn mensch mich, während wir „schon“ beide nackt auf dem Bett liegen, fragt, ob sie*er mich vögeln darf, dann führt das dazu, dass mein Herz noch schneller klopft und zaubert ein freudiges Strahlen in mein Gesicht. Weil ein nein zu wunderschönem Kuscheln und ein Ja zu tollem Sex führt.

Wenn auf die Frage nur ein Ja folgen kann aus Erwartungsgründen ist das natürlich nicht so, aber jetzt war es bei mir zum zweiten Mal so und das macht mich glücklich. Ein Nein kann auch in einem guten Gespräch enden, ein ja natürlich auch in schlechtem Sex, aber vermutlich erstmal nicht in solchem, dem ich nicht voll bewusst zugestimmt habe.

Natürlich kann mensch* sich jetzt über die Bewusstseinszustände und die Frage der Zustimmung streiten. Also, ob in Verliebtheit, in bestimmten Bewusstseinszuständen, bei mangelndem Selbstwert, in Drucksituationen etc. die Zustimmung wirklich eine hundertprozentige ist.
Insgesamt macht es mich aber einfach froh, dass es Menschen gibt, die vor Sex, während Sex und auch sonst immer wieder nach der Zustimmung fragen und abchecken, ob das, was passiert für ihr/e Gegenüber auch wirklich okay ist.

Vor ein paar Tagen stritt ich mich mit einem befreundeten Juristen über die Rechtslage in Deutschland bei Vergewaltigung. Und er meinte, es sei nunmal so kompliziert, weil mensch* sich ja die Zustimmung eben nicht immer klar einholen, bzw. äußern könne. So seien die Arten und Weisen, in denen Menschen Handlungen zustimmten immer schon höchst unterschiedlich. Manche würden z.B. mit „Heute nicht“, „Ja bitte“ meinen… sein Beispiel war: Oma tut mehr Essen auf, Enkelin sagt nein, freut sich aber eigentlich. Und dass es dann erstmal in der gesamten Kultur eine einheitliche Regelung geben müsste, wie „Ja“ zu Sex gesagt würde, damit es eine einheitliche Rechtsregelung gäbe.
Ich muss zugeben, dass ich mich mit Rechtsgebungen schwer tue und einsehe, dass das ein sehr schwieriger Bereich ist, dort Eindeutigkeit zu formulieren. Aber gesellschaftlich zu beginnen, eine Konsenskultur zu schaffen, die ehrlichen Konsens meint, das scheint mir nicht total unmöglich. Dazu gehören eben alle Schritte, die echt schwer sind – wie dass Menschen lernen müssen, was ihnen sexuell gefällt, dass Normen hinterfragt werden, dass Mädchen zu sexueller Mündigkeit ermuntert werden etc – aber unmöglich finde ich es nicht.

Und dass es unerotisch sei, wenn während des Sex nach dem Befinden gefragt wird und ein Nein dann dazu führt, dass der Sex nicht weitergeht – das lasse ich nicht mehr stehen! Bzw. wem das während des Sex wirklich unsexy ist, der*dem bleibt ja das Gespräch vorher.. Dass das auch unerotisch sei.. bei leibe nicht so unerotisch wie unconsensual sex, sexualisierte Gewalt und Vergewaltigung!


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